Dr. Franz Dengg oder Martin Kapeller?

Gummibärchen oder Frühstücksjoghurt? Die eingesetzten Werbemittel sind weder als Unterscheidungsmerkmal noch als Entscheidungsgrundlage für die Bürgermeisterwahl geeignet.
Jeder Mieminger Bürger wird sich selbst sein Bild über die Stärken und Schwächen der beiden Kandidaten machen müssen. Ihre gemeinsame Schwäche ist für die Haltung des Team Stern entscheidend.


>>TT 04 03 2016 Die Qual der Wahl>>

Die wesentliche gemeinsame Schwäche ist der Umgang mit dem Gemeindegut, dessen Eigentum rechts- und verfassungswidrig in den Händen der Agrargemeinschaften liegt.

Von keinem der beiden Kandidaten kann man eine Besserung erwarten.
Im Zweifelsfall werden die nun gleich starken „Mir fir ins“-Fraktionen mit 14:1 beschliessen, was in der vergangenen Periode nur mit der 11:4 Mehrheit möglich war.
Was im Ergebnis keinen Unterschied macht.


Titelverteidiger und Herausforderer haben aber höchst unterschiedliche Zugänge zum Thema.

Der noch amtierende Bürgermeister hat als ausgebildeter Verwaltungsjurist die klare Rechtslage voll erkannt. Seine Bemühungen gingen und gehen dahin, mit Untätigkeit, Verschleierungen und Verzögerungen noch möglichst viel für die Agrargemeinschaften bzw. einzelne „Gleichere“ herauszuholen. Dengg hat versucht, mit Salamitaktik sein Klientel zu bedienen.  Die Beispiele hierfür sind bereits ausführlich geschildert worden.
>>… und sie schämen sich nicht>>
>>€ 650 000.- für einen Gleicheren>>
>>juristische Spiegelfechterei>>
>>Teilwaldablöse Aufsichtsbeschwerden>>
>>Golfplatzpacht>>

Diese Tricksereien waren den hardcore-Agrariern offensichtlich zu wenig. Sie haben sich deshalb von Dengg abgewandt. Sein Spagat ist nicht geglückt, Pragmatismus ist nicht gefragt.


Der Herausforderer hat schon mehrfach Positionen vertreten, die von Unverständnis für rechtsstaatliche Entscheidungen zeugen. In der Frage der Teilwaldablöse hat er sich, rechtzeitig vor der Gemeinderatswahl, sehr deutlich für die Umsetzung des Beschlusses der Ortsbauern im Gemeinderat eingesetzt.

Vor der letzten Landtagswahl hat er sich als Kandidat ebenso rechtzeitig für Plattform-Agrar-Positionen stark gemacht:
"Kapeller will auch, dass die Agrargemeinschafts-Materie in Nordtirol historisch aufgearbeitet wird."
"In Bezug auf die Mieminger Agrargemeinschaften hofft er auch auf eine historische Überprüfung."

>>Die Wiederaufnahmeverfahren - ein politisch provozierter Unfug>>
>>Naziregulierungen – Nebelwerfen statt Wiedergutmachung>>

Das sind populistische Sprechblasen, fernab jeder Realität. I
n der Öffentlichkeitsarbeit mit Unterstützung des Forum Land des Bauernbundes, das in der Vergangenheit u.a. aus Landesmitteln und aus klärungsbedürftigen Zuwendungen der Telekom Austria finanziert wurde.
Wobei die textlichen Formate stark an das anonyme Flugblatt vor der Gemeinderatswahl erinnern.
>>ECHO Forum Land>>


Kapeller lockt sein Klientel mit unhaltbaren Versprechungen.

Der junge Mann soll, so scheint es, nach dem Willen des Bauernbundes politische Karriere machen. Wenn es schon kein Landtagsmandat ist, dann darf’s ein biss‘l Bürgermeister sein. Um starke Worte ist er deshalb nicht verlegen.

Das Match lautet auch Pragmatismus vs. Populismus.
Dengg könnte die Wahl gewinnen, Kapeller würde einen Sieg „derGratln“.

Die Haltung beider Kandidaten zum Gemeindegut ist die grundlegende Vertrauensfrage.
Beide Kandidaten betrachten das Gemeindegut als Topf, aus dem ihr Klientel gespeist werden kann.
Sie sind
daher als getreue Verwalter des Gemeindegutes nicht vorstellbar und können nur abgelehnt werden.

Sehr geehrte Mitbürger, sehr geehrte MiemingerInnen, zeigen Sie Ihr Interesse an der Wahl durch Ihre Wahlbeteiligung, zeigen Sie durch "weisse Wahl" den Kandidaten Ihr Unverständnis für deren Klientelpolitik an.
Das Team Stern gibt keine Wahlempfehlung für einen Kandidaten ab und wird dem Sieger, egal wie er heisst, auf die Finger schauen und nötigenfalls klopfen.
Den vereinten Bemühungen beider „Mir fir ins“-Fraktionen ist es nicht gelungen, Mieming „oppositionsfrei“ zu machen.

Bei meiner Ehr‘.