Fakten & Dokumente & Hintergründe

Die Angstpropaganda-Welle der Schwarzmander rollt

"Bauern-Boykott beim Almabtrieb, in Mutters fällt diese Veranstaltung heuer aus. Hintergrund ist der Konflikt zwischen Gemeinde und Agrargemeinschaft.",
"Sillian will Ersatz für Agrar-Kosten. Seit Gemeinden die Verantwortung für viele Agrargemeinschaften übernehmen, wird es teuer. Sillian fordert einen Solidaritätsfonds." "Die Übernahme einer Nußdorf-Debanter Agrargemeinschaft ist laut BM Pfurner ein Nachteil: „Riesenaufwand, höhere Kosten.“


Die Desinformationsaktion des Schwarzmander-Bauernbundes ist in voller Umsetzung. Nur der Bericht über Telfs enthält kein Schreckens-Szenario und klingt etwas harmloser: "Die Gemeinde Telfs ist nun für die drei aus Gemeindegut hervorgegangenen Agrargemeinschafts-Almen verantwortlich. Investitionen in die Infrastruktur werden vor allem auf der Puit-Wang-Alm notwendig sein."

>>TT 26 08 2014 Telfs übernimmt seine Almen>>
>>TT 26 08 2014 Sillian will Ersatz>>
>>TT 26 08 2014 Mutters Bauern-Boykott>>

In dieser Agrarkakaphonie ist
nur eine kritisch-skeptische Stimme zu hören: "Mit dem Draufzahler-Gespenst rollt sie wieder, die Propaganda der Agrarier. Der Antrag von Sillian, aufgedrückt vom Ortsbauernchef, einem Kuenz-Mann, passt da hinein."
>>Kleine Zeitung 26 08 2014 Murks bleibt Murks>>
Kernaussage:
Die Tiroler Gemeindeordnung leitet in puncto Gemeindegut an: Die Kosten sind auf jene umzulegen, die den Nutzen haben. Punkt.
>>Kleine Zeitung 26 08 2014 Sillian fordert Agrarfonds>>

Die Strategie ist klar erkennbar:
Nach Kuenz-Ankündigungen im November 2013 wird die Propagandalinie planmäßig inszeniert.
>> Bauernzeitung 21 11 2013 BZ-Interview mit Hermann Kuenz>>

Die Gemeinderäte und Bürgermeister sollen durch Schreckensmeldungen weich geklopft werden. Geeignete Beschlüsse in den Gemeinderäten folgen fast zwangsläufig. Die TFLG-Novelle bietet den Bürgermeistern ein riesiges rechtliches Feigenblatt, zum Nutzen von Agrargemeinschaften - meist Phantom-Agrargemeinschaften mit wenigen aktiven Landwirten - und zum Schaden der Gemeinden.
>>TT 22 08 2014 Kein gutes Geschäft>>
>>Agrarpflichten der Gemeinden nach Bauernbunddirektor Dr. Raggl>>

Wie schon diese erste Welle der Desinformation, kann auch die neueste Häufung von Angstmeldungen nicht unwidersprochen bleiben. Gegen diese konzertierte Aktion muß nochmals die Expertenreaktion hervorgehoben werden, die nur auf diesem Wege der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden kann.
Drei Punkte dazu:
  • Auch die Agrarnovelle hat kein Verbot zur Umlage der realen, der wirklichen Kosten für die Bewirtschaftung des Gemeindegutes gebracht.
  • Die Agrargemeinschaften auf Gemeindegut sind überholt. Zurückhaltung bei Bewirtschaftungsübereinkommen erscheint geboten, auf keinen Fall sollten solche mit den überwiegend von Bauern entkleideten Agrargemeinschaften geschlossen werden. Bewirtschaftungsabsprachen sollten vielmehr mit nur praktizierenden Bauern und Viehhaltern, mit sog. Almgemeinschaften unter der Leitung eines Alpmeisters erfolgen. Diese könnten dann namens und im Auftrag von Gemeinden die Bewirtschaftung von Gemeindegutsalmen besorgen. Gerade dies würde im Interesse der wirklichen Bauern und Bewirtschafter stehen.
  • Die Gemeinden sind nicht verpflichtet, Bewirtschaftungsübereinkommen zu schließen.
    Das macht dort Sinn, wo direkt mit den tatsächlichen und aktiven Nutzern verhandelt wird. Ihnen soll Sicherheit gegeben werden. Da hat auch Großzügigkeit der Gemeinden ihre Berechtigung.
>>Expertise Dr. Guggenberger>>
>>Gemeindezeitung Präsident Schöpf: Vorsicht Fallstricke>>


Ein weiterer Teil der Schwarzmander Strategie:
Die Angstpropaganda-Welle wird kontrapunktisch mit agrargemeinschaftlichen Wohlfühlmeldungen ergänzt, die in kleinen Dosen das Gift der Unwahrheit enthalten:
>>TT 27 08 2014 Taschachalm setzt auf mehr Komfort>>

Der letzte Satz "Bei dieser Agrargemeinschaft handelt es sich übrigens nicht um Gemeindegut." vermutlich vom Obmann der Agrargemeinschaft Alpe-Taschach, Andrä Neururer, ist der übliche Agrarierquatsch.
Die Taschach-Alpe ist selbstverständlich aus Gemeindegut entstanden.
Erst mit dem Regulierungsbescheid Zl. IIIb1 - 374/29 vom 7.4.1970 wurde der Gemeinde Arzl das Eigentum, das ihr am 8.8.1848 zugesprochen wurde, geklaut.
Nach 122 Jahren Eigentum !!
>>Grundbucheintragung alt  80009-273>>
>>Grundbucheintragung aktuell 80009-273>>
Man kann davon ausgehen, dass von den verzeichneten 192 Nutzungsberechtigten ein grosser Teil nur agrargemeinschaftliche Karteileichen sind.

Es ist eine äußerst wichtige Phase. Bürger und Gemeinderäte werden in die Irre geführt. Es besteht aber nicht der geringste Anlass für die Gemeinden, den Murks der Landesverwaltung nachzubeten. Auch Eile ist nicht geboten. Selbstbewußtsein ist für die Gemeinderäte angesagt. Alle Agrarier-Aussagen müssen hinterfragt werden.
Bei meiner Ehr‘.



Nachsatz zu Sillian:
Das Eigentum an der Leckfeldalpe wurde am 2. April 1921 in Korrektur eines Grundbuchanlegungsbeschlusses auf die Marktgemeinde Sillian eingetragen.
Am 2. August 1943 wurde mit einem NS-Haller-Bescheid der Gemeinde das Eigentum wieder genommen und an die Agrargemeinschaft Leckfeldalpe übertragen.
>>85209-66a>>
Kuenz, Mayerl und Co. werden unter Berufung auf Sandgruber behaupten, hier sei nie Gemeindegut vorgelegen.  Naja, was so alles geplauscht wird.