Fakten & Dokumente & Hintergründe

9.Folge: Die Grundbuchanlegungsverordnung 1898

Die Grundbuchanlegung war ein höchst aufwendiges, öffentliches, über mehrere Jahre dauerndes, mehrstufiges Verfahren, in dem jedermann seine mit Urkunden belegbaren Rechte vor Gericht geltend machen konnte und wo jedermann vor zwei ortskundigen Zeugen die Richtigkeit der Erhebungen bestätigte.
So auch geschehen in Mieming. Etwaige Einsprüche konnten beim OLG Innsbruck vorgebracht werden.
Die Urgroßväter derjetzigen Nutzungsberechtigten haben genau gewußt, was sie beanspruchen konnten und was sie unterschrieben haben.
Es waren die Nutzungsrechte für ihre Höfe und nicht das Eigentum.

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Es sei besonders auf die Seite 86, Behandlung der Teilwälder, verwiesen.

Im Gegensatz zu diesem Verfahren, wurde
in den 60er Jahren im demokratischen Land Tirol den Gemeinden das Gemeindegut von der Agrarbehörde  in Kürzestverfahren genommen. Die Verständigung erfolgte an die Nutzungsberechtigten und an die Gemeinde, wo der Bescheid für vierzehn Tage kundgemacht wurde. Das war es dann.
Einspruchsmöglichkeit für die Gemeindebürger: keine.